X20-Klubstationen zum Burgentag QRV

Wasserburg Kapellendorf

Zum Burgentag am 01. Mai 2018 waren die beiden Klubstationen DKØKTL (Op: Peter, DJ2AX) und DLØDIX (Op: Torsten, DL4APJ) QRV.

Aus Zeitgründen hatten wir uns diesmal ein Schloß in der näheren Umgebung ausgesucht, wobei dann aber trotzdem rd. 45 min einfache Fahrtstrecke zwischen dem Heimat-QTH und unserem 2018er Aktivierungsobjekt Wasserburg Kapellendorf (THB-015) lagen.

So starteten wir eben etwas früher, schon kurz vor 06:00 UTC, um rechtzeitig die Antennen in der Luft zu haben und die 80m-Vormittagsbedingungen möglichst optimal auszunutzen.

Antenne W3DZZ am Fuße des Aussichtsturmes auf dem Sperlingsberg
Torsten, DL4APJ beim Antennenaufbau
Station für VHF/UHF: TS-2000 mit X-50 in etwa 5m über Grund

Eine Standortbesichtigung im Vorfeld hatte ergeben, dass direkt an der Wasserburg zwar ein Parkplatz mit ausreichend Platz vorhanden wäre, aber dass die Funklage dort nahezu „unterirdisch“ ( 240m ü.NN) ist: auf VHF/UHF könnten wahrscheinlich ein paar QSOs über den Repeater DBØETB auf dem Ettersberg  gelingen, aber das wäre es dann schon.
Und Kurzwelle aus dem Tal heraus macht auch nicht so richtig viel Spaß…

Blick hinab nach Kapellendorf – in der rechten Bildhälfte erkennt man unten im Tal einen Turm der Wasserburg…

Deshalb also: hinauf auf den Berg! 🙂 In ca. 250m Entfernung liegt der Sperlingsberg, gleich anbei ein Aussichtsturm und eine Gedenksäule, die an die Schlacht von 1806 bei Jena und Auerstedt erinnert.

Aussichtsturm auf dem Sperlingsberg – hier stand der Entwurf vieler Bismarcktürme von Wilhelm Kreis Pate
Gedenksäule für die Opfer der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahre 1806
Weitere Details zur Geschichte des Standortes
Alles bereit – es kann losgehen!


Das erste QSO stand schließlich um 07:32 UTC im Log, und dann ging es flott weiter.  Die Bedingungen waren recht brauchbar, wenngleich uns und unseren Funkpartnern z.T. heftiges QSB auf der Kurzwelle zu schaffen machte: die Signalstärken schwankten manchmal innerhalb weniger Sekunden zwischen S1 und S9+…

Trotzdem blieb das 80m-Band bis kurz vor 10:00 UTC für Deutschlandverkehr offen –  danach schlug allerdings die Tagesdämpfung ziemlich gnadenlos zu.

Station für Kurzwelle: Elecraft K3 und W3DZZ
Op Peter, DK0KTL/DJ2AX an der Kurzwellenstation
Trotz Rückenschmerzen vom Garteneinsatz am Vortag liess es sich Wieland, DE4FFW, nicht nehmen, uns an der Wasserburg Kapellendorf zu besuchen und einige QSOs unter DN3AG zu fahren.

Auf 40m herrschten leider ähnliche QSB-Bedingungen, außerdem konnte dort kaum eine DL-Station gearbeitet werden, dafür kamen lautstarke Signale aus HB9, F und I herein.

Die Situation auf 2m und 70cm stellt sich leider von Jahr zu Jahr enttäuschender dar:  auf 2m ging es auf Direktfrequenz z.B. bis nach Dessau (ca. 110 km),  aber aus den wesentlich näher gelegenen AFU-Hochburgen Halle, Leipzig usw. mit tausenden OMs leider kein einziger Anrufer… 🙁
Alle satt und zufrieden, kein Interesse mehr an unserem schönen Hobby? Hmmm… :/

Die Repeater sind an solchen Tagen leider auch nur begrenzt nützlich:
Die exponierten und weitreichenden Relais wie DB0THA, DB0WUR, DB0HSB, DB0WAS usw. sind in der Regel hoffnungslos überbelegt, und sowohl Burgenjäger als auch manche Burgenaktivierer erzeugen dort zum Teil durch Ignorieren der grundlegenden Regeln des Funkbetriebsdienstes ein Chaos, dass es einem graust…

Auf den anderen – eher lokal genutzten – Relais leider die von allen anderen Tagen im Jahr gewohnte Situation: der Repeater hat zwar einen ordentlichen Einzugsbereich, aber auch mehrere CQ-Rufe hintereinander verhallen meist unbeantwortet im Äther. 🙁

Am Ende des Tages standen – dank der Kurzwelle – rd. 140 QSOs im Log. Wir haben einen schönen Tag an der frischen Luft verbracht, nebenbei noch einigen Leuten zeigen können, was wir hier machen, warum wir das genau an diesem Tag und an diesem Ort machen, was Funkamateure von CB-Funkern unterscheidet und womit wir uns sonst noch so in unserem schönen Hobby  befassen.

Wettergott Petrus hat wiederum im Wesentlichen sein schützendes Händchen über uns gehalten:  wir konnten den Burgentag bei sonnigem und trockenem Wetter genießen.
Die Temperaturen waren allerdings eher vorfrühlingshaft mit 9… 14 °C, dazu wehte ein scharfer böiger Wind. Dagegen waren wir aber gut gewappnet, wie man auf den Fotos / an unserer Kleidung erkennen kann.

Trotz der gefühlt gerade so 😉 zweistelligen Plusgrade hat die Sonne Anfang Mai natürlich trotzdem ordentlich Energie im Gepäck – das Resultat merkt der OM dann am Abend unter der Dusche, wenn die Haut im Gesicht und auf dem Kopf spannt.  🙂

Fazit für uns: viele nette Kontakte mit angenehmen Funkpartnern, gemeinsam im Team macht Funken viel mehr Spaß, ein schöner Tag an der frischen Luft bei Sonnenschein und blauem Himmel und ein wenig abseits der Zivilisation der Genuss der Kurzwelle ohne „man-made noise“.  🙂

73 und 11

Peter, DJ2AX und Torsten, DL4APJ

Hier noch weitere Impressionen:

Der Ettersberg bei Weimar
Vom Sperlingsberg Richtung West ins Thüringer Becken
Blick in Richtung Nordosten
Richtung Norden: Apolda

Und natürlich gibt es auch noch Fotos von der Wasserburg Kapellendorf:

XRØYD: DX-Expedition zu den Osterinseln

Quelle: WIKIMEDIA
Photo taken by Ian Sewell, July 2006 Ahu Akivi are the only moai that face the ocean.

In der Zeit vom 02. bis zum 15. März 2018 ist eine Gruppe von deutschen Funkamateuren von den Osterinseln aus QRV. Unser OV-Mitglied Kalle DM3BJ gehört ebenfalls zum Team und hat versprochen, zu einem der nächsten OV-Abende nach Rückkehr einen Vortrag über seine Erlebnisse während dieser DXpedition zu halten.

Viel Erfolg, lieber Kalle, wir sind schon sehr gespannt auf Deine Impressionen und Berichte!

Grenzlandtreffen im Werdauer Wald 24.-27.08.2017

Seit mehr als 25 Jahren Jahren findet im Werdauer Wald das Grenzlandtreffen der OVs  X28 (Greiz) und S46 (Werdau) in der Nähe der Gaststätte „Weidmannsruh“ statt. OMs aus unserem Ortsverband sind immer mit dabei.

Auch in diesem Jahr waren wieder sehr interessante Projekte angekündigt, zum Beispiel der Start eines Pico-Ballons (OK, hatten wir schon öfters… 😉 ), erstmals mit WSPR-Bakenaussendung auf Kurzwelle im 20m-Band! „Grenzlandtreffen im Werdauer Wald 24.-27.08.2017“ weiterlesen

08.07.2017: X20-Fieldday am Reuster Turm

Wie in jedem Jahr trafen wir uns Anfang Juli zu unserem Fieldday, diesmal seit langem wieder einmal am Reuster Turm (die Käseschenke hatte leider wegen Urlaub geschlossen…).

Nachdem es am Vorabend auf dem Heimweg vom OV-Treff am Ferberturm noch zum Teil kräftige Regenschauer gab, hatte Petrus diesmal ein Einsehen und bescherte uns einen durchaus sonnigen Tag bei angenehmen Temperaturen. „08.07.2017: X20-Fieldday am Reuster Turm“ weiterlesen

01.01.2017: Bilanz der 2016er Aktivitäten mit Sonder-DOK DIX125


Seit Jahresbeginn 2016 waren  die Geraer Klubstationen DL0DIX und DK0GER mit dem Sonder-DOK DIX125 in der Luft.

Die Stadt Gera hatte anlässlich des 125. Geburtstages von Otto Dix zum Otto-Dix-Jahr und einer Reihe von Wettbewerben zu diesem Anlass aufgerufen. Um diese Möglichkeiten umfassend auch für unsere Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, beantragten wir für den Sonder-DOK DIX125 die Laufzeit von einem Jahr für beide Klubstationen. Damit sollte interessierten Funkamateuren zusätzlich die Chance geboten werden, die Bedingungen für die Beantragung des Otto-Dix-Diploms zu erfüllen. Das ist unser Beitrag, um Otto Dix als international anerkannten Maler und Grafiker mit gesamtdeutschen Wurzeln zu ehren und weit über die Grenzen der Stadt Gera hinaus bekannt zu machen.
„01.01.2017: Bilanz der 2016er Aktivitäten mit Sonder-DOK DIX125“ weiterlesen

Funktechnische Unterstützung beim Motocross in Pößneck am 15./16.06.2013

Vor einigen Monaten trat der Sportfreund Lutz Franzky vom MSC Pößneck an Gert DL5ARG heran und bat um Unterstützung bei der Absicherung der diesjährigen Motocross-Veranstaltung in Pößneck. Wir waren ja bereits im Mai 2012 dort vor Ort, und die Zusammenarbeit war auf beiden Seiten sehr positiv in Erinnerung geblieben. Allerdings ging es in diesem Jahr um eine Zwei-Tages-Veranstaltung, und dann auch noch zu einem Termin Mitte Juni…

Nach ein wenig „Bedenkzeit“ erklärten sich dann Anke DN8SHF, Simon DO5BFH, Gert DL5ARG und Kalle DM3BJ (der bereits Freitagabend mit Wohnwagen anreiste), bereit, die Sportfreunde in Pößneck zu unterstützen. Für alle teilnehmenden X20er war das kein Neuland, sie waren bereits im letzten Jahr mit dabei. Diesmal waren noch andere „Funker“ anwesend, doch weil diese aufgrund anderer Veranstaltungen nicht genügend Leute stellen konnten, waren wir die Verstärkung. Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr konnten die geringen Entfernungen problemlos mit 50mW zuverlässig überbrückt werden, was sich deutlich entspannend auf die Akkulaufzeit auswirkte. Die „Kollegen“ nutzten für ihr Netz auf 148,xxx MHz kommerzielle Technik von Motorola, deren Akkus leider aufgrund der nicht reduzierbaren Leistung der Handfunkgeräte nur wenige Stunden durchhielten. Der Funkverkehr bestand hauptsächlich aus organisatorischen Durchsagen, nur wenige Male wurde nach den Sanitätern gerufen, und verunfallte Fahrer wurden auch von der Strecke getragen. Es waren aber keine schlimmen Zwischenfälle, denn kurze Zeit später sah man dieselben Fahrer wieder herumlaufen/ -fahren.

Bei sonnigem trockenen Wetter und – trotz gewässerter Strecke – viel Staub erlebten die Teilnehmer und Helfer zwei schöne, aber auch ganz schön anstrengende Tage in Pößneck. Hervorzuheben ist wiederum die professionelle  und konstant gute Organisation wie beim letzten Mal – das ist leider nicht bei allen Sportveranstaltungen so…

Vielen Dank an Anke, Simon, Kalle und Gert für die Bereitschaft zur Unterstützung der Pößnecker Sportfreunde. Hier noch einige Impressionen in Bild und Ton (tnx Gert, DL5ARG).

Aktivitäten zum 20jährigen Bestehen der Schulfunkstation DK0KTL – Sonderrufzeichen DK20KTL

Das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium in Gera und die Schulfunkstation DK0KTL feiern im Herbst 2012 gemeinsam den 20.Jahrestag der Verleihung von Namen und Rufzeichen. Das Sonderrufzeichen aus diesem Anlass ist DK20KTL. Leider sind wir eines der ersten „Opfer“ der neuen Vergabeordnung für Sonder-DOKs geworden, die – dem allgemeinen Altersdurchschnitt im Club angemessen… – Jubiläen erst ab 25 als würdig einschätzt. Unser geplanter Sonder-DOK 20KTL ist also aktuell nicht mehr antragsfähig.

Somit mußten wir für 110 EURO das Rufzeichen bei der Bundesnetzagentur kaufen. Die Station DK20KTL vergibt KEINEN Sonder-DOK, sondern verwendet den normalen DOK unseres Ortsverbandes X20! Das hat durchaus auch Vorteile: so wird es im Thüringencontest für alle einfach, unseren DOK X20 einzutragen.

Da auch oft Newcomer an der Station arbeiten, freuen wir uns auf jede Antwort auf unsere Anrufe! Bei den QSL-Karten bitten wir allerdings um etwas Geduld: Erst nach Ablauf des Rufzeichens geht der Auftrag in die Druckerei, damit wir nicht noch mehr Geld verschwenden. Wenn es das Wetter zuläßt, sind wir in der ersten Oktoberwoche von der Schmirchauer Höhe mit MA-DL-110 aktiv.
Ansonsten sind wir hin und wieder auf 3,520MHz, 7,020 MHz etc. QRV bis zum 31.12.2012.

Update vom 20.01.2013: das Layout der QSL-Karten ist jetzt fertiggestellt:

 

Anlässlich des Jubiläums schrieb Peter für die AATiS-Rubrik im FUNKAMATEUR 11/2012 folgenden Artikel:

Ich sitze nur daneben – Erfahrungen beim Ausbildungsfunkbetrieb

An der Schulfunkstation DK0KTL in Gera absolvieren in jedem Schuljahr die Schüler der 7.Klassen einen Lehrgang Kommunikationstechnik, der dem Fach Medienkunde zugeordnet wird. Ein  wesentlicher Bestandteil davon ist die erste Bekanntschaft mit dem Amateurfunk. Für diesen Einstieg gibt es viele Möglichkeiten! Ich halte nichts davon, Anfängern ohne Vorbereitung einfach ein Mikrofon in die Hand zu drücken. Deshalb erfahren die Schüler zuerst, wer Vorschriften und Gesetze erlässt, wie das internationale Buchstabieralphabet verwendet wird und am Beispiel von schönen QSL-Karten, wie Rufzeichen gebildet werden, bzw. was Landeskenner sind. Für den Funkverkehr werden nur zwei einfache Regeln formuliert:

–    Zu Beginn und Ende jeder Sendung ist das eigene Rufzeichen zu nennen

–    Nenne immer zuerst das fremde, dann das eigene Rufzeichen

Jeweils zwei Schüler üben zuerst nur die Verbindungsaufnahme. Die Frage: „Woher kommt das Rufzeichen des Partners?“, wird durch Training eines allgemeinen Anrufs beantwortet.  Als Vorbereitung auf das erste Funkgespräch  bereitet jeder einen Spickzettel  mit dem Ablauf eines  Standard-QSOs vor:

–    Verbindungsaufnahme

–    Begrüßung, Vorstellung

–    Gespräch z.B. über verwendete Technik

–    QSL-Absprache, Dank und Verabschiedung

Nachdem das nochmals in Zweiergruppen erprobt wurde, wird es nun richtig „Ernst“: Wir beginnen mit dem ersten allgemeinen Anruf auf den erreichbaren FM-Relais. Bedingt durch die Lage im Tal der Weißen Elster mit ca. 200 m über NN und fehlender KW-Antenne ist die Auswahl nicht besonders groß: DB0GER auf 70cm, DB0THA und DB0ERZ auf 2m sind erreichbar, allerdings decken alle drei Repeater beachtliche Flächen ab, jeder einzelne hat einen Radius von mehr als 50 km. Bei mehr als 1000 Stationen in diesem Einzugsgebiet ist die schlechte Antwortquote sehr ernüchternd. Deshalb  bedanke ich mich stellvertretend für alle QSO-Partner bei Uli, DM3FZN, aus Plauen, der fast immer Zeit findet, auf unsere Anrufe zu antworten. Zugegeben, unsere Zeiten liegen oft am frühen Nachmittag oder um die Mittagszeit, aber der Altersdurchschnitt der deutschen Funkamateure legt nahe, dass auch zu diesen Zeiten viele zu Hause sind. Ziel ist, dass jeder Teilnehmer das erste QSO seines Lebens bei uns absolviert. Mangels Funkpartner gelingt das nur zu 50 bis 70 Prozent. Warum machen sich so wenige die Mühe, dem Nachwuchs für unser Hobby die Hand zu reichen und antworten? Haben sie vergessen, wie aufregend ihre ersten QSOs waren? Ich sitze nur daneben, aber ich erlebe es mit, wie die Aufregung wächst. Die Hände werden feucht, das Herz beginnt zu klopfen, der Blutdruck steigt. „Wird mir überhaupt jemand antworten? Kann ich alles richtig verstehen? Hoffentlich mache ich keine Fehler!“  Leider ruft DN3AG oft vergebens, in mancher Unterrichtsstunde gelingt kein einziges QSO. Wir sind dankbar für jeden Anruf, bitten aber nach Möglichkeit im QSO mit Anfängern um die Beachtung einiger Grundsätze:

–    Denke daran, wie Dein erstes QSO lief, auch wenn es schon 50 Jahre zurückliegt! Der OP bei DN3AG könnte Dein Enkel sein, er ist zwölf Jahre alt.

–    Buchstabiere langsam und deutlich, damit es ein ungeübter OP aufnehmen kann!

–    Verwende das internationale Buchstabieralphabet und keine exotischen Alphabete und wechsle nicht mittendrin von einem Alphabet zum anderen!

–    Tauche nicht in die Tiefen von Amateurfunktechnik und DARC-Befindlichkeiten ein, die ein Newcomer kaum versteht, da er sehr aufgeregt ist!

–    Mache dem Newcomer Mut! Hilf ihm, durch geduldige Nachfragen bei Fehlern!

–    Rufe in einer Ausbildungsstunde nicht ein zweites oder drittes Mal mit dem gleichen Rufzeichen an! Unser Funkfreund Uli verwendet dann ein Klubrufzeichen.

–    Führe einen vorbildlichen Betriebsdienst, indem Du unsere zwei Regeln zur Rufzeichennennung beachtest!

Das klingt natürlich sehr oberlehrerhaft, aber es geht um den Nachwuchs für unser Hobby, schlechthin eigentlich sogar um den Erhalt unserer Frequenzen und des Amateurfunks überhaupt. Jeder sollte versuchen, dafür etwas zu tun! Es ist für jeden Neueinsteiger deprimierend wenn er merkt, dass er eigentlich nicht willkommen ist, dass keiner mit ihm reden will. In Einzelfällen wurden wir sogar beschimpft, nach dem Motto: Ihr mit eurer gekauften Lizenz. Ein schöner, neuer Satz zum HAM-Spirit könnte heißen: „Antworte auf jeden Fall, wenn Du eine Ausbildungsstation rufen hörst!“

Deshalb suchen wir gezielt nach Möglichkeiten, Funkkontakt mit Gleichgesinnten aufzunehmen. Die Information im Thüringenrundspruch zu unseren aktiven Ausbildungszeiten brachte wenig Erfolg. Eine hervorragende Gelegenheit für Ausbildungsstationen bietet der Europatag, jährlich am 05.Mai. Obwohl da auch  nur wenige QSOs zwischen den Schulstationen stattfanden, liegt der Anteil von DN-Stationen in den eingereichten Logs bei etwa 20 Prozent, wobei auch ausgesprochen junge OPs am Mikrofon saßen. Das macht deutlich, dass neben dem Ausbildungscontest im Oktober weitere Betätigungsmöglichkeiten für Einsteiger gebraucht werden. Also unbedingt den 5.Mai 2013 schon heute in den Kalender aufnehmen.

Wie sieht denn die Bilanz bei DK0KTL aus? Jährlich lernen etwa 60 Kinder im Alter von ungefähr 12 Jahren den Amateurfunk kennen. Davon setzt vielleicht eine oder einer die Ausbildung bis zum eigenen Call fort.  Es ist also keine Express-Lösung für die Mitglieder- oder Nachwuchsprobleme des DARC! Langfristig entlassen wir viele junge Erwachsene, die im Gegensatz zur anderen unser Hobby kennengelernt haben und Verständnis dafür entwickelten. Vielleicht wird der eine oder andere später einmal Funkamateur. Damit das auch möglich wird, vollbringe  jeden Tag eine gute Tat: fahre wenigstens ein QSO!

73 und awdh! Peter DK0KTL/ DJ2AX, bei DN3AG sitze ich nur daneben!

Und auch der Offene Kanal Gera widmete dem Schuljubiläum eine fast 20minütige Reportage, in der Peter DJ2AX einen längeren Auftritt hat und auch die Newcomer mit DN3AG in Aktion gezeigt werden (ab 06:11):

Awdh und 73!   Peter DJ2AX und Torsten DL4APJ

Torsten, DL4APJ

 

12.05.2012: Funktechnische Unterstützung des 56. Pößnecker DMV Classic Motocross

Zur Osterburg-Rallye im Juni 2011, als Funkfreunde aus den OVs X25 Hermsdorf und X20 Gera wie schon im Vorjahr zwei Wertungsprüfungen mit ihrer Funktechnik absicherten, wurde Gert DL5ARG von einem Sportfreund aus Pößneck angesprochen, ob wir uns vorstellen könnten, eine Motorsportveranstaltung seines MSC Pößneck in ähnlicher Weise zu unterstützen. Wir erklärten zunächst erst einmal unsere grundsätzliche Bereitschaft, machten aber die endgültige Entscheidung von der Kenntnis weiterer Details abhängig.
In den folgenden Wochen wurden Informationen zwischen Gert DL5ARG und Lutz Franzky vom MSC Pößneck, dem Organisationsleiter des 56. Pößnecker Motocross, ausgetauscht, und für uns stand fest: OK, wir machen das!

Wir – das waren Anke DN8SHF, Gert DL5ARG, Simon DO5BFH und Torsten DL4APJ (Kalle DM3BJ musste leider aus QRL-Gründen absagen). Am 12.05.2012 trafen wir uns kurz nach 06:30 Uhr (jaja!) an der Rennstrecke „Am Sandberg“. Die Mitarbeiter des MSC Pößneck waren bereits vor Ort oder trafen gerade ein, wir wurden von Lutz Franzky begrüßt, der uns gleich zu Swen Sebesta, dem Verantwortlichen für die Streckenposten, führte. Gemeinsam mit den anderen Streckenposten wurden wir eingewiesen und als Funkposten jeweils einem Streckenposten an einer von Start/Ziel nicht einsehbaren Position an der Rennstrecke sowie direkt beim Rennleiter zugeteilt. Kurz noch Funkcheck durchgeführt, ob alle Stationen einsatzbereit sind, und dann ging es hinaus an die Strecke, denn um 08:00 Uhr sollte das freie Training beginnen. Und: es begann auch zu dieser Zeit! Die Veranstaltung wurde nach dem vorliegenden Zeitplan abgefahren, es gab lediglich eine Straffung durch Zusammenlegung zweier Rennen innerhalb der drei geplanten Wertungsdurchgänge, die ab 10:45 Uhr begannen.

An dieser Stelle möchten wir dem Team des MSC Pößneck unsere Anerkennung und ein großes Lob für die tolle Organisation dieser Veranstaltung aussprechen: exakt von Anfang bis Ende durchorganisiert, jeder Mitwirkende des Teams kannte klar seine Aufgabe, ohne dass Unklarheiten oder Rückfragen auftraten, und trotz der großen Zahl der Helfer lief alles in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre ab. Gratulation – eine Klasse-Leistung! Wir haben ja nun schon einige (auch Motor-)Sportveranstaltungen unterstützt, aber die Pößnecker Sportfreunde lieferten ohne Zweifel das bisher überzeugendste Ergebnis ab. Hut ab!

Das Wetter spielte durchaus in unserem Sinne mit: am Vortag (Freitag 11.05.2012) stöhnten wir wegen der drückenden Hitze von 30°C und einer tropischen Luftfeuchtigkeit, doch am Freitagabend bzw. in der Nacht zum Samstag 12.05.2012 kam dann der Regen und die erlösende Abkühlung. OK, vielleicht fast ein wenig zu dolle, denn in der Nacht darauf (Sa.-So.) traten bereits wieder Bodenfröste auf – brrrrr… 😉 aber der nächtliche Regen hatte entscheidend dazu beigetragen, dass wir am Samstag nicht in Staubwolken verschwanden, sondern maximal auf einzelne Pfützen auf der Rennstrecke aufpassen mussten. Anke DN8SHF weiss wohl leider, was ich meine, hi…
Ab Mittag kam dann sogar noch die Sonne heraus,  und so konnten wir nach einem erfolgreichen Tag  kurz vor 17:00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, aber doch ein wenig „geschafft“ die Heimreise antreten. Es hat uns sehr viel Spass gemacht, auch wenn wir mehr als 12 Stunden auf den Beinen waren. Doch wir konnten die Pößnecker Motorsportfreunde mit Hilfe unserer funktechnischen Möglichkeiten unterstützen und werden dies sehr gern auch bei künftigen Veranstaltungen des MSC Pößneck tun.

Hier noch einige Bild- und Videoimpressionen (tnx DO5BFH und DL4APJ):